Gütersloh, 20.05.2015

Der Jakob Muth-Preis 2015 geht nach Bremen, Emmendingen, Espelkamp und Schleswig

60 Einzelschulen und fünf Verbünde mit insgesamt über 400 beteiligten Institutionen hatten sich beworben. Ausgezeichnet werden die Waldorfschule Emmendingen in Baden-Württemberg, die Kinderschule in Bremen und die Grundschule Ernst-Moritz-Arndt im ostwestfälischen Espelkamp und als Schulverbund das Landesförderzentrum Sehen in Schleswig, das Schüler in ganz Schleswig-Holstein wohnortnah unterstützt. Alle vier Preisträger überzeugten die Jury mit ihren inklusiven Konzepten. 

Das Landesförderzentrum Sehen (LFS) in Schleswig unterstützt mit 70 Lehrkräften und 10 weiteren Mitarbeitern knapp 1.000 blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche in ganz Schleswig-Holstein. Zu dem Verbund gehören 283 Schulen und 112 weitere Bildungseinrichtungen. Durch die gezielte pädagogische Förderung „vor Ort“ im gewohnten Sozialraum der Schülerinnen und Schüler macht das LFS inklusives Lernen erst möglich. 

Die Waldorfschule Emmendingen und die beiden Preisträger-Grundschulen in Bremen und Espelkamp begreifen sich als Lern- und Lebensraum mit vielfältigen Angeboten. So können sie alle Kinder optimal in ihrer Entwicklung begleiten. Teamarbeit spielt in allen drei Schulen eine große Rolle: Interdisziplinäre Teams aus Lehrkräften, Sonderpädagogen, Sozialpädagogen und Erziehern begleiten die Lerngruppen. Die Teams arbeiten gleichberechtigt miteinander. In Espelkamp und Bremen gehören auch die Integrationshelfer ganz selbstverständlich dazu. Sie fühlen sich für alle Kinder einer Lerngruppe zuständig. In Emmendingen bildet die Waldorfpädagogik eine besondere Grundlage der Arbeit. Der gleichberechtigte Fokus auf künstlerisches, kognitives und praktisches Lernen bietet eine besonders gute Voraussetzung für das gemeinsame Lernen aller Kinder und Jugendlichen. Allen Schulen ist gemeinsam, dass sie ein Klima schaffen, in dem sich jedes Kind mit seiner Persönlichkeit wertgeschätzt fühlt. 

„Die ausgezeichneten Schulen sind tolle Vorbilder, von denen andere lernen können. Solche Schulen brauchen wir flächendeckend. Derzeit gleicht Deutschland jedoch eher einem Inklusions-Flickenteppich. Ich fordere deswegen, dass die Bedingungen für gemeinsames Lernen in allen Bundesländern gleich gut sein müssen“, sagte die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen Verena Bentele. 

Rückfragen an: Dr. Ina Döttinger, Telefon: 0 52 41/81 81 197

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