Gütersloh, 22.01.2014

Der Jakob Muth-Preis 2013/14 geht nach Hamburg, Ingelheim, Neunkirchen-Seelscheid und Schleswig

Über 100 Schulen aller Schulformen aus ganz Deutschland haben sich beworben, davon etliche im Verbund. Die Erich-Kästner-Schule in Hamburg, die Brüder-Grimm-Schule in Ingelheim, die Gemeinschaftsschule Wolperath-Schönau in Neunkirchen-Seelscheid und der Verbund Südlicher Bereich des Kreises Schleswig-Flensburg, haben die Jury mit ihren innovativen Konzepten und ganzheitlichen Bildungserfolgen besonders überzeugt.

Im Verbund Schleswig-Flensburg arbeiten 26 Schulen aller Schulformen zusammen. Herzstück des Verbundes bildet dabei das Förderzentrum Schleswig-Kropp, das sich zu einer Schule ohne Schüler erklärte und seitdem seine Schüler und seine sonderpädagogischen Lehrkräfte an die Regelschulen im Einzugsbereich aussendet. Mittlerweile können alle Kinder des Förderzentrums inklusiv und wohnortnah zur Schule gehen. Die drei Einzelschul-Preisträger begreifen sich als Lern- und Lebensraum mit Angeboten, die sich über den ganzen Tag erstrecken. Sie nutzen unterschiedliche offene Lernformen, um jedes Kind optimal in seiner Entwicklung zu begleiten. Und sie lenken anhand von selbst entwickelten Kompetenzrastern in der Leistungsbewertung den Blick auf das Können der Kinder. Im Schulalltag überwiegen positive Rückmeldungen der Lehrkräfte an die Schüler. Dabei wird darauf geachtet, eine Balance zwischen Individualisierung und gemeinschaftlichem Lernen zu schaffen. Interdisziplinäre Teams aus Lehrkräften, Sonderpädagogen, Sozialpädagogen und Erziehern begleiten die Lerngruppen. So schaffen die Schulen insgesamt ein Klima, in dem jedes Kind als eigene Persönlichkeit wertgeschätzt wird.

Die Preisträger sind damit Vorreiter auf einem Weg, der sich für alle Schulen abzeichnet: „Inklusion wird mittelfristig zur Normalität an deutschen Schulen. Die vier Preisträger zeigen eindrucksvoll, dass Inklusion nicht zu Lasten der Qualität geht. Die Schulen können die großen Herausforderungen nur mit gut ausgebildetem Personal bewältigen. Dabei brauchen sie Unterstützung.“ so Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

„Die Gewinner des Preises zeigen, dass Inklusion keine Vision ist, sondern tatsächlich funktioniert. Inklusive Schulen wie diese müssen eine Selbstverständlichkeit werden, damit junge Menschen mit Behinderung überall gemeinsam mit nicht-behinderten Kindern und Jugendlichen lernen können“, so der scheidende Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe. Prof. Dr. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, betont, dass die erfolgreiche Arbeit in vielen Schulen vor Ort einen unentbehrlichen Beitrag zur Umsetzung inklusiver Bildung in Deutschland leistet. „Wir brauchen Beispiele aus der Praxis, die zeigen, wie Inklusion gut umgesetzt wird und die Qualität unseres Bildungswesens steigert“, so Wulf. Christian Rauschenfels, Vorstandsvorsitzender der Sinn-Stiftung, zeigte sich zufrieden, dass „immer mehr LebensLernOrte eine Kultur gelebter Inklusion erfahrbar machen – so wie es unsere Preisträgerschulen täglich leisten.“

Rückfragen an:
Dr. Ina Döttinger, Bertelsmann Stiftung; Telefon: 0 52 41 / 81-81 197

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