Die Preisverleihung


Verantwortung für eine "inklusive Schule"

In der Berliner Bertelsmann Repräsentanz traf sich am 31. August 2009 ein "inklusives" Publikum zur Verleihung der Jakob Muth-Preise. Vom neunjährigen Noah aus der Sophie Scholl-Schule Gießen bis zur niedersächsischen Kultusministerin Heister-Neumann waren alle Gäste von den Leistungen der drei Preisträger-Schulen beeindruckt. Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Karin Evers-Meyer (Foto), war als Initiatorin des Wettbewerbs überzeugt: "Von den guten Beispielen der Preisträger und aller Bewerberschulen kann ein Schneeballeffekt für mehr gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern ausgehen." Walter Hirche, Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission, betonte: "Wir alle tragen die Verantwortung dafür, dass die Vision `Bildung für alle´ Wirklichkeit wird. Für die Bertelsmann Stiftung äußerte Liz Mohn ihre Zuversicht: "Die Schule, die alle Kinder mitnimmt, wird die `Schule der Zukunft´ in Deutschland."

"Leistung inklusive individueller Förderung"

Zwei zentrale Anliegen vereinen die drei Preisträger des "Jakob Muth-Preises für inklusive Schule": Die Erika-Mann Grundschule aus Berlin-Wedding, die Integrierte Gesamt-schule aus Hannover-Linden und die Sophie-Scholl-Schule Gießen schätzen die Vielfalt der Schulkinder als Bereicherung und fördern jede Schülerin und jeden Schüler individuell auf ihrem Lernweg. Unter unterschiedlichen Ausgangsbedingungen ermöglichen die drei Schulen den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf. Sie lehren damit nicht nur innerhalb ihrer Schul-gemeinschaft den Respekt im Umgang mit verschiedenen Begabungen und Lebenssituationen. Die drei Preisträger aus Berlin, Niedersachsen und Hessen können auch Profis aus Politik und Pädagogik überzeugen, dass "inklusive Schule" in Deutschland machbar ist.

"Bühne frei" für mutige Weichenstellung

Eingerahmt von theatralischer Akrobatik der Hannoveraner Gesamtschüler zeigte die Bremer Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper zum Abschluss mögliche "Perspektiven für die inklusive Schule" in Deutschland auf. Ausgehend von den Bremer Erfahrungen plädierte sie für politischen Mut zu neuen Weichenstellungen. Zudem verweis sie auf die Notwendigkeit zum poltischen Konsens, damit die dauerhafte Entwicklung zur inklusiven Schule nicht von wechselnden Mehrheiten gefährdet wird.