Die Preisverleihung


Gemeinsam lernen – mit und ohne Behinderung

Am 28. Oktober 2010 fand in der Bertelsmann Repräsentanz, Unter den Linden 1, die Verleihung des Jakob Muth-Preises statt. Die mit 3.000 € dotierten Preise erhielten die Flensburger Waldschule, die Montessori-Gesamtschule aus Borken und die Berliner Heinrich-Zille-Grundschule. Als „Eine Schule für alle“ bezeichnen sich alle drei Preisträgerschulen. Alle Schulen - davon eine weiterführende Schule und zwei Grundschulen - fördern die Kinder und Jugendlichen individuell und gemäß ihrer Neigungen, Interessen und Talente. Schüler, Eltern und Lehrer arbeiten und entwickeln ihre Schule gemeinsam. Die drei Projektträger des Wettbewerbs würdigten die Arbeit der Preisträger und lobten Ihren Einsatz für Inklusion. Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, gratulierte den Schulen zu den gelungenen Wegen der Inklusion und unterstrich ihre Funktion als Mut machende Beispiele für andere, die sich auf den Weg machen wollen. So auch UNESCO Vize-Präsident Professor Christoph Wulf, der außerdem größere Flexibilität des Bildungssystems forderte. Für die Bertelsmann Stiftung bekräftigte Dr. Brigitte Mohn, dass Inklusion auch in Zukunft eine entscheidende Rolle in der Arbeit der Bertelsmann Stiftung spielen wird.

Politischer Akzent aus Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein gilt als Inklusions-Vorreiter in Deutschland. Die Inklusionsquote liegt dort bei 53%. Bildungsstaatssekretär, Eckhard Zirkmann, zeigte den Weg seines Bundeslandes auf und äußerte Zunftsvorhaben. „Kinder mit Behinderungen sind willkommen und gehören selbstverständlich dazu!“, war die Kernaussage Zirkmanns zur Inklusion. „Eine wichtige Grundlage für die inklusive Beschulung ist die Philosophie der Schule. Die Einstellung der Lehrerinnen und Lehrer und aller anderen an der Schule Beteiligten ist wichtig. Kurz gefasst lautet sie in einer inklusiven Schule: Wir schätzen Vielfalt!“

Bühne frei!

Einen lautstarken Schlussakkord der Veranstaltung setzten die Kinder. Mit der Aufschrift auf den T-Shirts: „Wir sind wichtig!“ betrat eine Schülergruppe der Grundschule aus Flensburg die Bühne. Anlässlich der Preisverleihung haben die Schüler eine Percussion-Darbietung einstudiert. 15 Jungen und Mädchen trommelten auf selbstgebauten Instrumenten aus Alltagsgegenständen wie Röhren, Bürsten und Verkehrsschildern. Sie zeigten eindrucksvoll, dass das Stück erst dann gut klingt, wenn alle Beteiligten gemeinsam Musik machen.