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Herausspaziert

Projektziel

Das Projekt "Herausspaziert" findet für alle Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs unserer Matthias Claudius-Gesamtschule statt – ob mit oder ohne Handicap. Die Jugendlichen werden 17 Tage nach den Sommerferien außerhalb der Schule eine Idee verwirklichen, welche sie sich in dem Schulhalbjahr zuvor zum Ziel gesetzt haben. Das Planen und auch die Umsetzung geschieht in einer Gruppe von vier bis sechs Personen und einem/einer volljährigen Betreuer/in bzw. Begleiter/in. Der finanzielle Rahmen darf dabei 150 Euro pro Person nicht überschreiten und muss für Unterkunft, Verpflegung und Transport ausreichen. Die Kosten für die begleitende Person übernimmt ebenfalls die Schülergruppe. Bei "Herausspaziert 2018" waren wir eine Gruppe von fünf Schülern, davon drei Regelschülerinnen, ein Schüler mit den Förderschwerpunkten Hören/Kommunikation und Lernen sowie ein Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung  Zudem begleitete uns eine Betreuerin (21 Jahre alt). Mit dem Projekt soll Vertrauen gestärkt werden. Vertrauen in eigenes Wissen, vorhandene Fähigkeiten und Fertigkeiten. Vertrauen darauf, dass gemeinsam mit anderen Menschen Probleme gelöst werden können. Vertrauen darauf, dass wir Menschen gehalten sind in der Welt und dadurch das eigene Leben als sinnvoll und machbar erfahren wird. Durch "Herausspaziert" können Schüler/innen selbst bestimmen was sie lernen möchten, eigenständig ein Projekt planen und durchführen, lebenspraktische Tätigkeiten üben, fremdes Leben kennen lernen, Vertrauen in sich selbst und andere entwickeln, Toleranz aufbringen für andere, mit Ungewissem, Unvorhergesehenem, Überraschendem umgehen, lernen, Risiken einzuschätzen, sich körperlich ausprobieren, den Umgang mit Druck auf verschiedenen Ebenen üben, Konflikte aushalten und lösen, ein selbst gesetztes Ziel nicht erreichen und damit umgehen lernen. Durch das Projekt wird Jugendlichen im Rahmen "Schule" die Möglichkeit geboten, sich selbstgesetzte Herausforderungen zu suchen, diese eigenständig zu planen und selbstbestimmt dieses Projektvorhaben umzusetzen. Alle Schüler/innen unseres Projekts wurden mit eingebunden und integriert. Wir waren auf uns alleine gestellt und sollten lernen, alles selbst zu organisieren. Außerdem mussten wir auf die förderbedürftigen Schüler achten. Zudem hoffen wir, viele Leute (z.B. Campingplatzbesitzer) inspiriert zu haben, da wir auf unserer Reise mit vielen Leuten in Kontakt gekommen sind und ihnen unser Projekt geschildert haben. Viele waren sehr interessiert und fanden dies eine sehr gute Idee.

Aufgaben für die Jugendlichen

Zum einen die gesamte Planung im Voraus: Die Route planen und auf einer Karte einzeichnen sowie die Schlafplätze organisieren, die auf der Route liegen. Die Ausrüstung besorgen (z.B. Zelte, Tandem). Zum anderen alles zu managen während des Projektes, z.B. mit den 800 Euro für 17 Tage auszukommen (150€ pro Person – inklusive der Kosten für die Begleiterin - und 50€ extra für die teurere, glutenfreie Nahrung einer Schülerin mit Zöliakie). Selber einkaufen gehen und Essen kochen, das haben wir oft in Gruppen aufgeteilt. Jeder hatte mindestens zwei vollbepackte Satteltaschen und den Anhänger, den wir abwechselnd gezogen haben. Außerdem mussten wir bei den Campingplätzen immer darauf achten, dass es Steckdosen für den E-Bike-Motor gab, diese waren meistens in den Waschhäuschen. Es sollte ursprünglich ans Ijsselmeer (Almere) gehen, aber wir sind "nur" bis Zevenaar gekommen, weil wir sehr viel Stress hatten, da wir uns um alles kümmern mussten. Und es war auch körperlich sehr anstrengend, weil wir das gesamte Gepäck für die 17 Tage selber ziehen mussten und noch einen vollen Fahrradanhänger dabei hatten. Außerdem sind die Betreuerin und der Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung auf einem Tandem gefahren. Er war zudem dann nach zwei  Tagen soweit, die Sache aufzugeben und wollte auch nicht überredet werden. Erst durch Zusprachen von der Begleiterin, Gespräche mit der Projektleitung und vor allem durch aufmunternde Worte der Eltern per Telefon konnte er sich seiner Herausforderung stellen und die Tour weitermachen. Für alle Probleme haben wir gemeinsam eine Lösung gefunden, da wir alle aufeinander geachtet haben.

 

Projekt-Entwicklung

Die Planung ging vom 11.01.2018 bis zum 03.09.2018. Am Anfang haben wir Ideen gesammelt und uns nach den Interessen der Schüler in Gruppen zusammengefunden. Danach haben wir uns mit unserer Betreuerin an den sechs Planungstagen getroffen, um z.B. alles aufzuschreiben, was wir noch besorgen müssen. Zudem mussten die Karten, wo wir die Route selbst einzeichnen mussten, besorgt werden. Außerdem hat unser Mitschüler mit Down-Syndrom seine Freunde in Dinslaken kontaktiert, um zu fragen, ob wir dort übernachten könnten. Die Tour hat 17 Tage (vom 03.09.2018 bis zum 20.09.2018) gedauert. Nach der Tour haben sich alle Gruppen gegenseitig ihre Projekte vorgestellt in Form eines Plakates oder einer Präsentation. Wir waren der erste Jahrgang an unserer Schule, der dieses Projekt durchgeführt hat, aber in Zukunft soll es wahrscheinlich fest im 9. Jahrgang verankert werden, wenn die Mehrheit bei der Auswertung nach dem nächsten Durchgang im kommenden Schuljahr dafür ist.