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Deutsche UNESCO-Kommission e.V.

Die Deutsche UNESCO-Kommission ist Mittlerorganisation in allen Programmbereichen der UNESCO, der Sonderorganisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation. Sie bringt Expertise aus Deutschland in die UNESCO ein. Zugleich vermittelt sie die Ziele und Projekte der UNESCO in der deutschen Politik, Fachwelt und Öffentlichkeit.

Inklusion ist ein zentrales Anliegen der UNESCO. Die UNESCO versteht unter inklusiver Bildung, dass allen Menschen die gleichen Möglichkeiten offen stehen, an qualitativ hochwertiger Bildung teilzuhaben und ihre Potenziale zu entwickeln, unabhängig von besonderen Lernbedürfnissen, Geschlecht, sozialen und ökonomischen Voraussetzungen.

Bereits die Salamanca-Erklärung der UNESCO von 1994 hält das Ziel fest, Bildungssysteme inklusiv zu gestalten. Ende 2008 haben die Teilnehmer der Weltbildungsministerkonferenz diese Notwendigkeit erneut bestätigt. In der Abschlusserklärung fordern sie die Mitgliedstaaten auf, inklusive Bildung zu verwirklichen. Mit der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Jahr 2009 gilt das in Artikel 24 beschriebene Recht auf eine gemeinsame Beschulung aller Schüler in einer Regelschule auch in Deutschland.

Gemeinsam mit zahlreichen Partnern und Unterstützern hat die Deutsche UNESCO-Kommission im März 2014 den Gipfel „Inklusion – Die Zukunft der Bildung“ in Bonn ausgerichtet. Ziel war es, eine Bestandsaufnahme der inklusiven Bildung in Deutschland vorzunehmen, einen Erfahrungsaustausch zu initiieren und das Thema Inklusion in der Bildung zu stärken. In der Abschlusserklärung forderten die rund 350 Teilnehmer alle relevanten Akteure auf, gemeinsam systematische Anstrengungen zu unternehmen, um Exklusion im deutschen Bildungswesen zu überwinden und Inklusion als Leitbild für Bildungspolitik und -praxis zu etablieren.

Die Ergebnisse des Gipfels fließen in die Publikation „Inklusion: Leitlinien für die Bildungspolitik“ ein, welche die Deutsche UNESCO-Kommission im Herbst 2014 veröffentlichen wird. Die Publikation enthält konkrete Leitfragen und Handlungsoptionen für beteiligte Akteure und möchte diese so bei der Verwirklichung eines inklusiven Bildungssystems in Deutschland unterstützen.

Um Kompetenzen zu verschiedenen Aspekten inklusiver Bildung zu bündeln, hat die Deutsche UNESCO-Kommission den Expertenkreis „Inklusive Bildung“ ins Leben gerufen. Dem Expertenkreis gehören dreißig Akteure der inklusiven Bildung in Deutschland an. Ziel ist es, eine Breitenwirkung für das Konzept zu erzielen und Expertise für den Prozess hin zu einem inklusiven Schulsystem bereitzustellen. So hat der Expertenkreis in den Jahren 2011 und 2012 ausgewählte Bildungsregionen auf ihrem Weg zu einem inklusiven Bildungssystem beratend unterstützt und die inhaltliche Vorbereitung des Gipfels „Inklusion – Die Zukunft der Bildung“ begleitet.