Offene Schule Waldau in Kassel

Preisträger des Jakob Muth-Preises für inklusive Schule

An der Offenen Schule Waldau werden unterschiedliche Lerntechniken geübt und selbstständiges Arbeiten gefördert (Fotograf: Ulfert Engelkes)
An der Offenen Schule Waldau werden unterschiedliche Lerntechniken geübt und selbstständiges Arbeiten gefördert (Fotograf: Ulfert Engelkes)

Die offene Schule Waldau in Kassel ist eine integrierte Gesamtschule mit den Jahrgängen 5 bis 10. Ihren inklusiven Anspruch untermauert die Schule bereits mit ihrem Aufnahmeverfahren. Aus dem Stadtteil Waldau werden ausnahmslos alle Bewerber aufgenommen. Mittlerweile verzeichnet die Schule Anmeldungen aus dem gesamten Stadtgebiet Kassel. Derzeit lernen an der Schule knapp 900 Schüler, darunter 24 verschiedene Nationalitäten. Jeder vierte Schüler hat einen besonderen Förderbedarf. Die erfolgreiche Arbeit der Schule basiert auf den drei Grundsäulen ihres pädagogischen Konzepts: Dem Lernen in Jahrgangsteams, dem Ganztag und dem selbstständigen Arbeiten.

Das Lernen in Jahrgangsteams macht das Schulleben an dieser großen Schule überschaubar. Die einzelnen Teams haben abgetrennte Klassenräume, die sie selbst gestalten können. Die Jahrgangsteams verbleiben jeweils für zwei Jahre in ihren Räumlichkeiten, wo sie außerhalb der Lernzimmer immer auch Platz für Gespräche, Austausch und weitere Aktivitäten finden. Für jeden Jahrgang ist über dessen gesamte Schulzeit hinweg ein festes Team aus Förderlehrern und anderen Lehrkräften zuständig. Den Lehrerteams steht innerhalb der Räumlichkeiten eines Jahrgangs ein Lehrerzimmer zur Verfügung, in dem sie sich regelmäßig beraten und interdisziplinär austauschen.

Pro Jahrgang wurden ein bis zwei Integrationsklassen eingerichtet, in denen Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam unterrichtet werden. Dadurch sind Förderschullehrer nicht nur stundenweise in der Klasse, sondern können als Klassenlehrer kontinuierlich mit der gesamten Lerngruppe arbeiten. Das gemeinsame Lernen von Schülern mit und ohne Behinderung ist an der Offenen Schule Waldau Normalität geworden. Die Schüler sind es gewohnt, selbstständig am selben Thema auf unterschiedlichen Niveaustufen zu arbeiten.

Der gebundene Ganztag gewährleistet eine ganzheitliche Betreuung, Förderung und Versorgung der Schüler. Der Schultag beginnt flexibel ab 07:30 Uhr. Nach einem zweistündigen Unterrichtsblock können sich die Schüler kostenfrei mit Obst und Milchgetränken stärken. Zu Mittag essen alle Schüler in der Mensa oder der Cafeteria. Gemeinsames Unterrichtsende ist um 14:35 Uhr, im Anschluss gibt es täglich zahlreiche AG-Angebote.

Unter dem Motto „Wissen reduzieren, Qualifikationen stärken“ wurde in der Schule das Freie Lernen eingeführt. Ziel ist, das selbstständige Arbeiten zu fördern und verschiedene Lerntechniken zu üben. In den Jahrgängen 5 bis 8 stehen wöchentlich zwei bis sechs, in den Jahrgängen 9 und 10 wöchentlich drei Stunden für das freie Lernen zur Verfügung. In dieser Zeit arbeiten die Schüler weitgehend eigenständig an selbstgewählten Themen.

Auch der sonstige Unterricht versucht, der Heterogenität der Schüler gerecht zu werden. Während die Klassen 5 bis 7 durchgehend im Klassenverbund unterrichtet werden, gibt es ab Klasse 8 in Deutsch, Englisch und Mathematik niveaudifferenzierten Unterricht. Ab Klasse 9 gilt dies auch für Naturwissenschaften und die zweite bzw. dritte Fremdsprache. Ein Wechsel zwischen den Kursen ist nach Absprache mit der jeweiligen Lehrkraft jederzeit möglich.

Um die Kinder bestmöglich zu fördern, setzt die Offene Schule Waldau auf eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern. Bereits bei der Anmeldung vereinbaren Schule und Eltern in einem Elternvertrag eine enge Kooperation. Basis dafür ist der regelmäßige Austausch zwischen Eltern, Schülern und Lehrern. Die Klassenlehrer besuchen jeden ihrer Schüler während des fünften Schuljahres ein Mal zu Hause. Schüler, Eltern und Lehrer sprechen einmal pro Halbjahr über die Lernentwicklung. Für jeden Schüler werden die Lernziele individuell festgelegt. Einige Schüler erhalten so genannte „pädagogische Noten“, um ihrem individuellen Fortschritt zu beschreiben.

Die Schule testet jeden Fünftklässler auf seine motorische Kompetenz und seine Lesekompetenz. Auf Grundlage dieser Ergebnisse werden individuelle Fördermaßnahmen bestimmt. Die Arbeit der Schulsozialarbeiter konzentriert sich auf die fünften Klassen und ermöglicht, schon früh die persönliche Entwicklung der Schüler und ihre Rolle im Klassenverband in den Blick zu nehmen.

Die Arbeit der Schule ist erfolgreich. So haben beispielsweise 74 Prozent der Schüler an der Offenen Schule Waldau im Schuljahr 2011/12 nach der 10. Klasse den Übergang zur gymnasialen Oberstufe, zum beruflichen Gymnasium oder zur Fachoberschule geschafft. Fast kein Schüler verlässt die Schule ohne Abschluss.

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Ein Film von: Ulfert Engelkes (www.engelkes-tv.de)

Kontakt

Schulleiter: Gerhard Vater
Offene Schule Waldau
Stegerwaldstr. 45
34123 Kassel
Tel. 0561/950 810
E-Mail: Gerhard.Vater@schulen.stadt-kassel.de

www.osw-online.de