Saaleschule für (H)alle

An der Saaleschule für (H)alle lernen Schüler der fünften bis dreizehnten Klasse gemeinsam unter dem Motto: „Nicht alle tun immer zur selben Zeit das Gleiche, sondern jeder macht das, was er gerade individuell braucht“.  Dabei stehen die  persönlichen Voraussetzungen,  Interessen und Bedürfnisse jedes einzelnen Schülers stets im Mittelpunkt des Lernens. Insgesamt werden 440 Schüler an der Saaleschule unterrichtet, davon rund 12 Prozent mit ausgewiesenem sonderpädagogischen Förderbedarf in den Förderschwerpunkten „Lernen“, „emotionale und soziale Entwicklung“ und „geistige Entwicklung“.

Das Herzstück der Schule ist der ‚Schulclub‘ (Hort), der als Ort des gemeinsames Lernens und  Zusammenlebens für alle Schüler durchgehend ab 6:30 Uhr geöffnet ist. Im Schulclub befindet sich auch das Schulcafé der Saaleschule, das ganz selbstverständlich von einem ehemaligen Schüler mit Förderbedarf geleitet wird. Das Schulcafé bietet den Schülern Möglichkeiten zum Entspannen und  Raum für Auszeiten.

Lernen so, wie es für jedes Kind richtig ist, prägt den Schulalltag der Saaleschule. Phasen von Fachunterricht, Freiarbeit und Epochenunterricht wechseln sich ab. Fast alle Unterrichtsfächer werden im Doppelstundenrhythmus unterrichtet. Dies begrenzt die Zahl der Fächer und Themen im Laufe eines Tages und ermöglicht die Nutzung offener und individualisierender Lernformen. In Phasen der Freiarbeit arbeiten die Schüler in der Klasse an Gruppentischen, auf dem Flur oder im Freiarbeitsraum. Die Freiarbeit außerhalb des Klassenraums ist allerdings an ein entsprechendes Sozialverhalten gekoppelt. Zudem können sich die Schüler im Epochenunterricht verschiedenen sozial- oder umweltrelevanten Projekten widmen. Beispielsweise werden im Umwelt-Projekt kreative, nützliche Dinge aus Abfall gebastelt, um auf die Probleme der Müllproduktion durch die Überfluss- und Wegwerfgesellschaft aufmerksam zu machen. Leere Safttüten werden zu Portemonnaies verarbeitet, leere Dusch-Verpackungen erhalten Gesichter und dienen als Stift- oder Zahnputzbecher. Im Anschluss an den Unterricht am Vormittag folgen ab 15.30 Uhr freiwillige AG-Angebote für die Schüler im Schulclub. Lehrkräfte, Pädagogen und auch Schulbegleiter bieten je nach Interesse unterschiedliche Nachmittagsangebote an, die den verschiedenen Neigungen der Schüler gerecht werden.

Zufrieden und selbstbewusst im Klassenverband. (Fotograf: Ulfert Engelkes)
Zufrieden und selbstbewusst im Klassenverband. (Fotograf: Ulfert Engelkes)
In Phasen der Freiarbeit üben die Schüler im Lese-Tandem. (Fotograf: Ulfert Engelkes)
In Phasen der Freiarbeit üben die Schüler im Lese-Tandem. (Fotograf: Ulfert Engelkes)
Das beliebte Schülercafé im Schulclub wird von ehemaligen Schülern geleitet. (Fotograf: Ulfert Engelkes)
Das beliebte Schülercafé im Schulclub wird von ehemaligen Schülern geleitet. (Fotograf: Ulfert Engelkes)
Lebenspraktischer Mathematikunterricht in der Berufsschulstufe an der Saaleschule für Halle. (Fotograf: Ulfert Engelkes)
Lebenspraktischer Mathematikunterricht in der Berufsschulstufe an der Saaleschule für Halle. (Fotograf: Ulfert Engelkes)

Die Schüler können während des gesamten Schultages individuelle Pausen einlegen, wenn sie feststellen, dass sie dem Unterrichtsgeschehen nicht mehr aufmerksam folgen können. Darüber hinaus bietet ein Trainingsraum die Möglichkeit für individuelle Auszeiten. Tägliche Schülersprechstunden sorgen dafür, dass auftretende Probleme rasch gelöst werden. Etwaiges Konfliktpotenzial wird auf diese Weise verhindert.

Inklusion wird an der Saaleschule auch über die „Schulmauern“ hinaus erlebbar gemacht. Ab der zehnten Klasse wird für Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung eine dreijährige Berufsschulstufe angeboten. Während sich ihre Mitschüler auf das Abitur vorbereiten, lernen die Schüler mit einer geistigen Behinderung  durch zahlreiche Praktika die Berufswelt kennen. Um diese Praktika zu ermöglichen, hat die Schule ein umfangreiches Netzwerk mit den örtlichen Betrieben und der Universität Halle-Wittenberg aufgebaut. Der Sport-, Kunst- und Musikunterricht erfolgt weiterhin gemeinsam im Klassenverband, so dass keiner den Anschluss zur Lerngruppe verliert.

Den Grundstein für die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes legt die Saaleschule schon bei der Zusammensetzung der Lerngruppen: Eine Methodenwoche zu Beginn der fünften Klasse eröffnet den Schülern die Möglichkeit, sich näher kennenzulernen. Erst danach erfolgt unter Einbezug von Schülerwünschen und Beobachtungen der Lehrkräfte die Klassenzusammensetzung. Zu jeder Klasse gehören  durchschnittlich 23 Schüler, von denen vier  einen sonderpädagogischem Förderbedarf haben.

Die Saaleschule zeichnet sich vor allem durch ihre vorbildliche Teamarbeit aus. In festgelegten ‚Teamzeiten‘ haben Lehrkräfte und das pädagogische Personal die Möglichkeit, sich auszutauschen, Absprachen zu treffen und ihre tägliche Arbeit zu reflektieren. Dabei werden alle Beteiligten als gleichwertige Mitglieder des Teams betrachtet. Für eine schnelle und reibungslose Kommunikation innerhalb der verschiedenen Klassenstufen sorgt die Tatsache, dass die insgesamt vier Lehrerzimmer in räumlicher Nähe zu ihren Stufen angesiedelt sind.  Aber nicht nur das Personal der Saaleschule wird als wichtiger Teil des Teams betrachtet – auch die Eltern der Schüler nehmen eine besondere Rolle ein. Um sich aktiv an der Weiterentwicklung der Schule zu beteiligen, können sie sechsmal im Jahr im Schulunterricht hospitieren. Sie sind zudem in Schulgremien wie den Elternrat, die Schulentwicklungsteams und das Schulparlament eingebunden.

Die individuelle Lern- und Leistungsentwicklung der Schüler besprechen die beteiligten Lehrkräfte gemeinsam mit Schülern und Eltern 1- bis 2-mal jährlich in sogenannten Lernbegleitgesprächen (LBG). Zusätzlich erhalten die Schüler einmal pro Halbjahr einen schriftlichen Lernbericht. Dieses individuelle Feedback ermöglicht den Schülern eine bessere Reflexion ihrer Leistungen und verschafft ihnen die Möglichkeit, sich im kommenden Schuljahr zu verbessern. Der Erfolg bestätigt die Saaleschule Halle in ihrer Arbeit: So streben in den Jahrgängen 9 und 10 aktuell 84 Prozent der Schüler mit dem Förderbedarf „Lernen“ einen Hauptschulabschluss an.  Ein Ergebnis, das weit über dem Durchschnitt des Landes Sachsen-Anhalt liegt.

Einzigartig ist an der Schule das Projekt „Grenzgänge“, welches jährlich in den Jahrgängen 8 und 9 durchgeführt wird. Für eine Woche stellen sich die Schüler einer Aufgabe, an der sie sich messen, erproben und wachsen können. Die Grenzen können sowohl psychischer als auch körperlicher Art sein. Wer eigene Aufgaben meistert, erfährt Anerkennung und Respekt von Anderen und darf stolz sein auf das, was er geleistet hat. Die Grenzen sind dabei sehr individuell: So reicht die Spannbreite von einem Schüler, der ein Buch schreiben möchte, über eine Fahrradtour quer durch Deutschland bis hin zu einer Wanderung über die Alpen. Begleitet werden die Schüler bei ihren Projekten durch die Pädagogen und Schulbegleiter. Ein weiteres Beispiel dafür, wie  die Saaleschule  ihre Kinder auf eine  Gesellschaft vorbereitet, in der Unterschiedlichkeit zunehmend als Normalität verstanden wird.

Kontakt:

Schulleiterin: Frau Silke Klessig

Hans-Dittmar-Straße, 6118 Halle (Saale)

Telefon: 03456845860   

E-Mail: silke.klessig(at)saaleschule.de

Website: www.saaleschule.de